Ein NAS-System der anderen Art #1 – Die Hardware

Jeder kennt die gängigen Vendor wie Synology, Qnap, ZyXEL und Konsorten für preiswerte und qualitativ ausreichende NAS-Systeme für den privaten Gebrauch. Durch eine intelligente Weboberfläche lassen sich diese einfach und unkompliziert administrieren. Sogar Dienste welche eigentlich die Aufgabe eines reinen NAS-Systems übertreffen, werden unterstützt und lassen sich leicht integrieren. Im Endeffekt spricht nichts gegen die Anschaffung eines solchen Network Attached Storage um als Datengrab daheim zu dienen.

Jedoch trifft das nicht auf mich zu. Ich will das System selbst aufsetzen, am besten Linux. Außerdem will ich die Möglichkeit haben die Hardware anzupassen und gegebenenfalls upzugraden. Das ganze noch mit mehr Wums und Power um auch Virtualisierungen darauf laufen zu lassen. Als Letztes soll es vom Preis meindestens gleich viel kosten oder am besten günstiger als vollausgestattete NAS-Systeme der oben genannten Vendor.

Also machte ich mich auf die Suche nach der geeigneten Hardware. Hierbei legte ich wert darauf, dass der Stromverbrauch relativ niedrig gehalten wird. Außerdem sollte es ein kleines Gehäuse sein und kein handelsüblicher Desktop PC, der umgebaut wurde. Etwas in der Größe und Bauweise ähnlich Mini-ITX.

Mein erster Versuch war daher mir solch eine Hardware selbst zusammen zu bauen. Also bin ich auf Geizhals und habe mir Hardware ausgesucht und gebastelt. Leider war das Ergebnis, egal wie ich die Hardware anpasste, bei ca. 200€. Das sprengte allerdings den Rahmen NUR für die Hardware ohne überhaupt von Festplatten geredet zu haben. Daher musste ich nach einer guten Alternative suchen und wurde dann auch nach kurzer Recherche fündig.

Die ProLiant Microserver Reihe von HP. Natürlich nicht die neuste Generation 8 sondern die 7er Reihe würde absolut ausreichen. Vorteil bei den Kisten ist ganz klar die Funktion als Datenserver für kleine Unternehmen zu dienen. Daher ist die Optimierung der Hardware schon einmal fast perfekt. Letztes Kaufargument war dann natürlich der Preis. Mit 100€ bist du gut dabei. Top!

Gesagt getan, Ebay Kleinanzeigen auf, nach dem letzten Modell der G7 Reihe suchen und lass das Handelsgeschick freien Lauf. Der Markt ist gar nicht so klein, es gibt die verschiedensten Varianten der Microserver. Ich habe mich daher für das Modell N54L entschieden, da dieser am meisten Power hat mit seinem AMD Turion 2 x 2,20 GHz. Des Weiteren sollte er auf 8GB RAM erweitert worden sein und ein optisches Laufwerk haben. Als nice-to-have wäre hierbei eine zweite NIC oder eine externe Grafikkarte zu haben… muss aber nicht sein.

Nach kurzer Zeit habe ich mich mit einem Ebayer dann auf einen super Preis geeinigt. Einen N54L mit 8GB RAM, optischem Laufwerk und super guten Zustand für 105€ inklusive Versandkosten! Eine Woche später kam dieser dann auch bei mir an.

Parallel dazu schaute ich auch nach gebrauchten Western Digital Red Festplatten. Ja ich weiß, wer kauft denn bitte gebrauchte HDD Festplatten… um es kurz zu fassen: Ich tue das. Solange die S.M.A.R.T Werte gut sind und die Platte gerade mal 150 Betriebsstunden hat.. wieso nicht? Außerdem sollten die WD Red einiges an Stunden aushalten, da diese ja extra als NAS-Festplatten vertrieben werden um diese in Dauerbetrieb zu betreiben. Bekommen tut man diese schon für 20-30€ bei 1TB, was für das OS und die Virtualisierungen absolut ausreichend ist. Daher habe ich mir eine für 25€ und eine für 30€ beide inklusive Versand ergattert.

Somit hatte ich erst einmal ein solides Grundequipment bestehend aus einem relativ guten Server mit 2TB Speicher für insgesamt 150€. Das reicht erst einmal aus um ein OS aufzusetzen und die ersten Konfigurationen zu tätigen. Jetzt fehlen nur noch jeweils zwei 3TB Festplatten in einem RAID1 Verbund als Speicher für sämtliche Daten. Dazu mehr im zweiten Teil.


over & out,

jonsch

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