Ein NAS-System der anderen Art #2 – Die Grundkonfiguration

Das Projekt NAS geht in die zweite Runde. Die HDD’s sind jetzt mit den Festplatteneinschüben verschraubt und in die Steckplätze des Microservers geschoben worden. Das Betriebssystem sollte Linux sein, genauer gesagt CentOS 7. Daher habe ich mir CentOS auf einen USB Stick gezogen und diesen bootfähig gemacht. Am besten geht das mit Rufus. Jetzt muss ich auf dem Microserver nur noch im BIOS die Reihenfolge der „Boot Device Priority“ für Bootvorgang anpassen, damit dieser auch von dem USB Stick lädt. An sich kein großer Aufwand und jeder DAU würde es schaffen während des Bootvorgangs F10 zu spammen um in das BIOS zu gelangen… Wenn man das Passwort für den Zugriff auf das BIOS hätte. Daher blieb mir keine Wahl den Verkäufer zu kontaktierten und das Passwort zu erfragen. Dieser meldete sich nach kurzer Zeit und gab mir dann das BIOS Passwort auch. Logischerweise habe ich dies auch gleich geändert.

Der N54L startet wie gewünscht vom USB Stick und CentOS konnte installiert werden. Soweit so gut, allerdings brauche ich eine gewisse Grundfunktion um mit dem System wirklich effizient arbeiten zu können. In meinem Fall hat mir die Erreichbarkeit über SSH ausgereicht, allerdings erläutere ich auch für GUI-abhängige Nutzer die nötigen Konfigurationsschritte. Da die Schritte nicht wirklich aufwendig sind, habe ich diese mal kurz und grob zusammengefasst.

 

Statische IPv4 konfigurieren

Um die IP-Adresse statisch festzulegen, habe ich erstmal geschaut wie das verbundene Interface überhaupt heißt. Hierzu greife ich auf den NetworkManager von Linux zurück, welcher standardmäßig vorhanden ist.

nmcli d

 

Danach habe ich das Interface bearbeitet und den statische IPv4 Konfiguration eingetragen. Das Interface muss danach noch aktiviert werden!

nmtui

 

Als Letztes startet man den Network Service neu und dann sollte er die IPv4 Konfiguration annehmen und diese auch nach einem Neustart behalten.

systemctl restart network

 

Falls man gerne eine grafische Oberfläche haben möchte kann man auch die GUI und die nötigen Pakete für RDP installieren, wenn man vom lokalen Netzwerk remote auf die GUI des Servers zugreifen möchte. Ich habe dies nur testweise eingerichtet um die Konfiguration zu prüfen und danach auch wieder entfernt.

 

Installation der GUI

Die Installation der grafischen Oberfläche ist in so genannten Installationsgruppen vor definiert.

yum group list

 

Um die Gruppe „Server mit GUI“ zu installieren.

yum groupinstall „Server mit GUI“

 

Die GUI startet man dann mit.

startx

 

Damit nach jedem Neustart nicht jedesmal startx eingegeben werden muss um die GUI zu starten, setzt man dies auf default.

systemctl set-default graphical.target

 

RDP installieren und freischalten

Damit ich RDP beziehungsweise xrdp installieren kann, muss ein Repository hinzugefügt werden.

rpm -Uvh https://dl.fedoraproject.org/pub/epel/epel-release-latest-7.noarch.rpm

 

Danach kann xrdp mit tigervnc installiert werden.

yum -y install xrdp tigervnc-server

 

Der Service muss allerdings noch gestartet und aktiviert werden.

systemctl start xrdp
systemctl enable xrdp

 

Da der benötigte Port 3389 regulär nicht freigeschaltet ist in der Systemfirewall muss dieser noch permanent freigeschaltet und  die Firewallregeln neugeladet werden.

firewall-cmd –permanent –add-port=3389/tcp
firewall-cmd –reload

 

Als Letztes kann man nochmal sicher stellen, dass der Port auch wirklich aktiv ist.

netstat -antup | grep xrdp

 

So, dat war’s. Der nächste Schritt wäre auf alle Fälle die zwei WD Red 3TB Festplatten für das eigentliche NAS-System zu besorgen. An dem Punkt der Suche befinde ich mich momentan noch. Die Kosten für die Beschaffung der Festplatten dreht sich momentan zwischen 60-80€ je Stück. Alleridngs will ich auch schauen das ich ein noch relativ langes Nutzen der HDD’s habe. Daher scheitern die meisten momentan an den Betriebsstunden, die bereits geleistet wurden. Unverschämt wird es dann, wenn die speziellen NAS Platten im Einkauf nur noch 90€ kosten und gebraucht mit über 26.000 Betriebsstunden (~1000 Tage, ~ 3 Jahre) dann für 65€ verkauft werden. Das ist mir dann doch etwas zu viel und die Gefahr dann nach kurzer Zeit einen Sektorschaden oder sonstiges zu bekommen viel zu hoch. Zum Vergleich haben meine beiden 1TB WD Red’s eine Betriebsdauer von 3 Monaten und 10 Monaten.

Sobald ich die fehlenden HDD’s ergattert habe, melde ich mich wieder. Dann geht es weiter mit der KVM Installation und dem Einrichten des RAID’s. Diese sind notwendig um dann das eigentliche NAS in Betrieb nehmen zu können.

 

over & out,

jonsch

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